Autor Thema: Motorrad-Ketten  (Gelesen 7051 mal)

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Offline Markus

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Motorrad-Ketten
« am: 09. Februar 2010, 10:48:00 »


Unterhalt von Motorrad-Ketten

Wir ihr ja alle wisst gehören Antriebsketten zu den am stärksten beanspruchten Bauteilen von Motorrädern. Die durchschnittliche Lebensdauer von Motorradketten liegt bei ca. 20 000 Kilometern. Bei entsprechender Pflege lässt sich diese Halbwertszeit dieses Bauteils jedoch beträchtlich verlängern.

Kettenpflege

Die Palette für Ersatzketten reicht von Standardketten über O-Ring-, X-Ring-, XW-Ring- bis hin zu Quadringketten, wobei die Preise sich zwischen ca. 600 Schilling für die Standardausführung bis zu über 4500 Schilling für die teuersten Racing-Ketten bewegen kann. Nur noch ganz wenige Motorräder - fast ausnahmslos Oldtimer - sind mit Standardketten ausgerüstet. Alle anderen besitzen abgedichtete Ketten mit Dauerfettfüllung, sogenannte O-Ring-Ketten. Bei diesen sind die Reibflächen zwischen Bolzen und Hülsen mit Schmierstoff versehen und mit O-Ringen nach außen abgedichtet. Diese Art von Ketten hält beträchtlich länger als ihre Vorgänger die Standardketten - geschmiert werden sollen sie dennoch. Vor allem die Berührflächen zwischen Kettenrad/Ritzel und den einzelnen Kettengliedern verlangen nach von aussen aufgetragener Schmierung.

Spannen:

Ein Kettenriss gehört natürlich zu den unangenehmsten Defekten beim Motorradfahren. Prinzipell gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten für das Versagen einer Kette, von denen sich manche nicht verhindern lassen. Gegen einen Kettenriss, aufgrund einer fehlerhaften Kettennietung ist der Biker ebenso wenig gefeit wie gegen einen zwischen Kette und Ritzel geschleuderten Kieselstein. Die Fehlerquellen Kettenspannung, -verschleiß und -schmierung kann er hingegen vermeiden. Ungefettete Ketten überhitzen leicht und verschleissen schneller, die Gefahr eines Risses steigt fast im gleichen Mass wie durch falsche Kettenspannung. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob die Kette zu locker oder zu straff eingestellt ist. Zu lockere Ketten (meist alte, übermässig verschliessende Exemplare) können von den Ritzeln rutschen, sich verklemmen und dadurch reissen.

Eine zu straff gespannte Ketten halten die extrem hohen Belastungen vor allem bei Einfederbewegungen des Fahrzeugs nicht dauerhaft aus und bersten. Ausserdem leiden die Getriebeausgangslager sehr stark unter unter zu straffen Ketten, was im Extremfall zu Undichtigkeiten und Getriebeschäden führt.

Eine Kette ist spätestens dann reif für den Müll, wenn sie sich bis zu den Zahnspitzen des Kettenblatt abheben lässt oder sich sogenannte Haifischzähne gebildet haben. Kette, Ritzel und Kettenrad übrigens immer gemeinsam tauschen, sonst verschleissen die neuen Teile viel schneller.

Wie die Kettenspannung richtig eingestellt wird und wie viel Spiel vorhanden sein muss steht in jedem Fahrzeughandbuch. Eine Faustregel kann jedoch immer angewandt werden:
In voll eingefedertem Zustand muss noch minimales Spiel vorhanden sein, dann kann nichts schiefgehen.

Kettenpflege

Nach vorgenommener Justage der Kettenspannung gehören alle Schrauben festgezogen und die Kettenspannung geprüft - und zwar an mehreren Stellen (Rad drehen), da der Kettendurchhang gelegentlich variieren kann. Das liegt entweder an unterschiedlich verschlissenen Kettenabschnitten oder an nicht völlig zentrisch gebohrten Kettenblättern. Wichtig ist, dass sich der Kettendurchhang am Minimalspiel orientiert.

Reinigen:

Sind wir mal ganz ehrlich, manchmal sind wir der Ansicht, es genügt, die Ketten zu schmieren und die Reinigung kommt zu kurz. Während dabei die Schmutzpolster auf den Aussenlaschen kaum Auswirkungen auf die Lebensdauer und Funktion haben, schmiergeln die zwischen den Laschen sitzenden Schmutz- und Sandpartikel die O-Ringe flach, und die Dauerfettfüllungen gehen flöten. Ausserdem erhöht auf den Rollen und zwischen den Aussen- und Innenlaschen sitzender Schmutz die Reibung. Stark verbackene Kettenglieder erkennt auch der Laie daran, dass die Kette schwergängig läuft und Knicke bildet, weil sich die Glieder nicht mehr richtig bewegen.
Dann ist es meist schon zu spät für eine sinnvolle Kettenreinigung. Etwa alle 2000 Kilometer sollten spezielle Reinigungsmittel zum Einsatz kommen - scharfe Reinigungsmittel oder gar Benzin können die O-Ringe zerstören.
Die Anwendung von Kettenreinigern ist sehr einfach: Mittel auftragen, eventuell mit Pinsel oder Bürste nachbearbeiten, einwirken lassen und anschließend abwischen oder gegebenenfalls abspritzen. Erst wenn die Kette wieder völlig trocken ist, kommt Kettenfett zum Einsatz.

Vorsicht mit Dampfstrahlern! Mit diesen Geräten sollte nur der gröbste Schmutz entfernt werden, und dies auch nur bei verhältnismässig geringer Wassertemperatur von höchstens 50 Grad. Die meisten Dampfstrahler an den Tankstellen sind aber auf 70 Grad eingestellt; das hat dann den Effekt, dass man zwar den Schmutz, aber auch das Fett (welches sich bei dieser Temperatur verflüssigt) entfernt.

Schmieren:

Alle Motorradketten benötigen von Zeit zu Zeit eine Portion Schmiermittel, um nicht frühzeitig zu verschleissen. Sicherlich gehört das Aufsprühen von Kettenspray zu den am häufigsten angewendeten Pflegemassnahmen, was nicht zuletzt am einfachen Procedere und dem geringen Zeitaufwand liegt. Das Einsprühen gestaltet sich einfach - die Einwirkzeit beträgt je nach Produkt bis zu 15 Minuten.

Grundsätzlich gilt: lieber häufig und sparsam auftragen als selten und dick. Zu viel Kettenfett fliegt ohnehin in kürzester Zeit davon und verklebt Ketten- und Ritzelkasten. Felgen und Reifen. Nicht zu seitlich gegen die Kettenglieder sprühen, die Kettenglieder bei langsam drehender Kette innen so einsprühen, dass der Strahl nicht auf den Hinterreifen treffen kann. Von aussen genügt der Kette ein dünner Hauch Schmiermittel.
Zumindest jede Woche sollte die Kette mit einem dünnflüssigen Pflegeöl, das in die kleinsten Ritzen hineinkriecht, besprüht werden. Je nach Belastung und Verschmutzungsgrad sollte auch eine Grossreinigung vorgenommen werden. Dabei wird die Kette mit Wasser und einem Lösungsmittel gesäubert und dann mit einem Hochleistungsfett eingelassen (nicht nur aussen, sondern vor allem im Mittenteil der Kettenglieder). Dann wird das Rad zwei-, dreimal durchgedreht und einige Zeit zugewartet.

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« Letzte Änderung: 21. April 2018, 22:44:42 von Markus »
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Antw:Motorrad-Ketten
« Antwort #1 am: 20. Mai 2010, 09:27:46 »


Patentierte Feststoffschmierung

Funktionsweise & Technik
Die Feststoffkettenschmierung besteht aus einem kompakten Werkstoff auf Graphitbasis, dem weitere funktionelle Bestandteile beigemischt sind. Über eine Halterung kann der Schmierstoff in Form einer Schmierschiene an jedem Motorrad im hinteren Bereich der Schwinge angebracht werden. Bei Crossmotorrädern besteht zudem die Möglichkeit der Integration in die Kettenführung.

Die Schmierung basiert auf einem Abrieb des Schmierstoffs durch die Bewegung der Kette. Durch den Abrieb überträgt sich der Schmierstoff auf die Kette und auf Grund seines guten Kriechvermögens auf alle Teile der Kette und die Kettenräder. So entsteht ein dünner und permanenter Schmierfilm im gesamten System. Sogar bei Regenfahrten ist die Kette geschmiert.

Quelle
Film

« Letzte Änderung: 20. Mai 2010, 14:33:22 von Markus »
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